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Kreismedienzentrum Reutlingen mit Grundschulprojekt Gewinner beim Ideenwettbewerb „Kindermedienland“


"Wir auch! Digitale Medien an die Grundschule!“ betitelt mit dieser Forderung reichte der Landesarbeitskreis Medienzentren Baden-Württemberg seinen Beitrag zum Ideenwettbewerb „idee-bw“ der Initiative Kindermedienland Baden-Württemberg ein.

 

Die Kreismedienzentren Böblingen, Esslingen und Reutlingen, die das Projekt konzipiert haben und noch in diesem Schuljahr  an jeweils einer Grundschule umsetzen wollen, erhielten einen  Preis.

Am 14. Oktober 2015 wurden bei der Preisverleihung in Stuttgart vier einfallsreiche Medienprojekte ausgezeichnet. Ministerin Silke Krebs übergab den Gewinnern ihre Schecks bei einer Feierstunde in der Villa Reitzenstein. Mit insgesamt 100.000 Euro unterstützt das Kindermedienland vier vorbildliche Medienkompetenz-Initiativen im Südwesten. Mit idee-bw fördert das Kindermedienland Baden-Württemberg ausgewählte Leuchtturm-Projekte, um die aktive Medienbildung im Land voranzubringen.

30.000€ Preisgeld gingen an die drei Medienzentren, die das Vorhaben an jeweils einer Grundschule in ihrem Kreis umsetzen wollen. 10.000 Euro stehen jeweils für  eine Grundschule im Landkreis Böblingen, Esslingen und Reutlingen zur Verfügung. Dafür wird die Schule von ihrem Medienzentrum eine Einführung und über ein Schuljahr eine begleitende Projektbetreuung erhalten. Für die Schule kostenlos zur Verfügung gestellt wird je eine überschaubare, innovative, leicht zu bedienende, mobile Medien- und Geräteausstattung mit Tablets, verbunden mit fachlicher Beratung durch das Medienzentrum.  Damit  wird die Grundschule jetzt schon in die Lage versetzt, sich mit den Anforderungen des ab 2016/17 gültigen neuen Bildungsplans auseinander zu  setzen. Im Kollegium und in den Klassen kann mit Tablets und mit den Medien aus den Medienzentren praktisch gearbeitet werden.

„Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass Grundschüler bereits in vielfältiger Weise mit digitalen Medien umgehen. Im Unterricht der Grundschule kommen diese Medien bisher aber nur sehr selten oder fast gar nicht vor. Denn im noch geltenden Bildungsplan ist die Arbeit mit digitalen Medien in der Grundschule nicht verbindlich vorgegeben. Dies soll sich mit dem neuen Bildungsplan ab 2016/17 ändern. Die Vorgabe steht allerdings unter dem Vorbehalt, dass an der Schule geeignete Geräte vorhanden sind“, führt Peter Reinhold Haußmann, Leiter des Kreismedienzentrums Reutlingen aus.  

Peter Hamm aus Böblingen fügt hinzu: „Während Schüler gerne mit Medien arbeiten wollen und Eltern dies teilweise vehement fordern, verhalten sich viele Grundschulen noch zögerlich und zurückhaltend. Zu viele Unsicherheiten und mangelnde Ausstattung  erschweren  den Einstieg. Zu befürchten ist im negativen Fall, dass das Fehlen einer geeigneten Ausstattung dazu führt oder gar als Alibi benutzt wird, die Aufgabe der Medienbildung weiterhin  aus dem Grundschulunterricht auszublenden“.

Das Projekt will ein gut funktionierendes Einstiegsmodell  entwickeln:  Mit einfachen, im Klassenzimmer ebenso wie mobil gut handhabbaren Geräten und  einer fachlich fundierter Anleitung und Beratung sollte es gelingen, zunächst Lehrerinnen und Lehrern den Einstieg  zu ermöglichen und  angenehm zu erleben zulassen, um danach  die Vermittlung von Medienbildung mit der Einführung der neuen Bildungspläne auch flächendeckend  in der Grundschule zu etablieren. Ein Internetanschluss oder eine spezielle Verkabelungen ist dazu zunächst  nicht erforderlich.  

„Grundschulen, Schulleitungen und Schulträgern, die sich auf die neuen Anforderungen einstellen und sinnvolle Investitionen tätigen wollen, vermittelt das Projekt einen Beschaffungsvorschlag, bei dem sie nicht viel falsch machen können. Die in der Projektausstattung vorgeschlagenen Geräte sind von den Medienzentren erprobt und deshalb über Jahre hinweg in der Grundschule in jedem Raum mobil und in unterschiedlicher Weise einzeln oder zusammen erfolgreich einsetzbar“, ergänzt der Leiter des Kreismedienzentrums Esslingen, Manfred Bieser.

Die hervorragenden Medien, Filme, Bilder, Unterrichtsskizzen und Materialien, die heute jedes Stadt- und Kreismedienzentrum digital auf DVDs und teilweise zum Download für die Schulen bereithält, werden immer noch viel zu selten genutzt. In der Projektausstattung ist deshalb als Einstiegsgerät auch ein sehr einfach zu bedienender Beamer, in dem ein DVD-Player gleich eingebaut ist. Damit können Bilder und Filme sehr schnell und unkompliziert in jedem Klassenzimmer eingesetzt werden, wenn nur eine Stromsteckdose in erreichbarer Nähe ist. Das ist eine optimierte klassische Lösung.

Doch auch eine neue Technik, Grundschulfilme nicht mehr einzeln auf DVDs ausleihen zu müssen, sondern von der Klassenlehrerin vorausgewählte Inhalte  von  einem „Klassenzimmerserver“ ohne Internetverbindung direkt auf verschiedene Tablets zu streamen, so dass damit in kleinen Gruppen gearbeitet werden kann, ist Teil des Projekts.  

Hinsehen, hören,  zuschauen und gezielt beobachten ist das eine, was Grundschüler lernen sollten, wo gute vorgefertigte Medien über Menschen, Tiere und  Sachen, über Gefühle, Verhaltensweisen und Einstellungen zum Nachdenken, Reflektieren und für Gespräche Anlass geben können.

Selbstverständlich kann man mit Tablets  malen, zeichnen, schreiben, lesen, rechnen, hören, Musik machen, fotografieren, filmen, recherchieren und noch viel mehr machen. Viele Kinder wissen das und einige können das. Aber eben lange nicht alle. Bildungsgerechtigkeit verlangt, dass wir allen Kindern auch zu neuen Kulturtechniken eine zeitgemäße Grundlage vermitteln.  

Im Sinne von Medienbildung das Wichtigste „Anschauungsobjekt“ ist aber der Mensch selbst. Wie Lehrerinnen und Lehrer, wie Mitschülerinnen und Mitschüler mit Medien umgehen, ob sie  diese tunlichst aus dem Schulleben heraushalten, abwerten und ausgrenzen, selbst nur sehr einseitig nutzen, oder ob sie es als selbstverständliches Arbeits- und Hilfsmittel zur Gestaltung und  Bewältigung der anstehenden  Aufgaben bewusst auswählen und  nutzen, wird nebenbei genauso mit „gelernt“, wie das kleine Einmaleins, das offiziell im Lehrplan steht.

Deshalb ist es wichtig, dass Lernbegleiter, Lehrerinnen und Lehrer, wie Mitschüler in der Schule – ebenso wie Eltern, Geschwister und Freunde zuhause- einen „vorbildlichen“ Umgang mit den Errungenschaften digitaler Medienwelten praktizieren. Nur: Dazu müssen die entsprechenden Teile erst mal  auch vor Ort, d. h. an der Schule vorhanden sein. Und dann gilt es,  Vorbehalten,  Ängsten und Misserfolgen Schritt für Schritt entgegen zu treten um bald ein positives „Wir (können das) auch!“ und neue Erfolgserlebnisse mit Kolleginnen und Kollegen, genauso wie mit Schülerinnen und Schülern zu teilen.

Erfrischend und Mut machend ist immer wieder, wie Mädchen und  Jungen schnell und selbstständig mit neuen Medien umgehen und eigene kreative Lösungen entdecken. Warum sollte ihnen dabei eine pädagogisch ausgebildete Lehrkraft in der Grundschule dabei nicht zur Seite stehen?

Um die neuen Medien in der Grundschule heimisch werden zu lassen, geht das Projekt  zweistufig vor. Denn Lehrerinnen und Lehrer sind gewohnt, dass Sie gegenüber den Schülerinnen und Schülern einen  Wissens- oder Erfahrungsvorsprung  haben und kompetent mitreden können.  Beim Umgang mit neuen Medien ist das nicht immer so gegeben. Deshalb ist die Tablett-Ausstattung so gedacht, dass sie in der ersten Phase zunächst den Kolleginnen und Kollegen zur Verfügung gestellt werden kann. Mit einem einzelnen Tablet für die Unterrichtsvorbereitung  und dann in der Klasse kann man schon eine Menge anfangen. Zumindest, wenn das Bild des Tablets problemlos im Klassenzimmer projiziert und ein Ton von allen gehört werden kann. Der Datenprojektor gehört mit zum Projektsatz.

In dieser Phase gibt es eine ausführliche Schulung und Beratung. Zunächst sollen die Lehrerinnen und Lehrer die neuen Geräte kennenlernen und sich mit ihnen vertraut machen. Und man kann Erfahrungen im Kollegium austauschen. Erst danach werden die Tablets wieder zu einem Projektsatz zusammengefasst, so dass sie gezielt zeitweise in einzelnen Klassen und Gruppen eingesetzt werden.

Es geht in diesem Grundschulprojekt  nicht um eine 1:1-Ausstattung mit Tablets in der Grundschule, nicht um den Ersatz des Schulbuchs oder des Hefts, auch wenn das Format dieser Geräte stark an die gute alte Schiefertafel erinnert, die unsere Großeltern vielleicht noch in die Schule getragen haben.   

Es geht darum, digitale Medien an ausgewählten Stellen im Unterricht  als gleichwertiges angemessenes Arbeitsmittel mit eigenen Möglichkeiten im Unterricht kennenzulernen. Manfred Bieser, Peter Hamm und Reinhold Haußmann, die die Kreismedienzentren in Esslingen, Böblingen und Reutlingen leiten und ihre gemeinsam entwickelte Projektidee erfolgreich beim Kindermedienland-Wettbewerb eingereicht haben, meinen:  „Dafür ist es jetzt auch höchste Zeit!“

Reinhold Haußmann, Kreismedienzentrum Reutlingen
16.10.2015

Innenministerin Silke Krebs
Ministerin Silke Krebs


Fotos: Initiative Kindermedienland Baden-Württemberg


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